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Grundglieder
Untersuchungsmethoden
Grafische Untersuchungsmethode
statische Untersuchung
Messung der Eingangs- und Ausgangsgrößen. Ermittelt daraus, soweit möglich,
Wertepaare für die statische Untersuchung (nach Ausgleich), fertigt aus den Werten
eine Kennlinie (bei mehreren Werten ein Kennlinienfeld)
dynamische Untersuchung nach Sprungeingang
Messung der Ausgangsgrößen in bestimmten zeitlichen Abständen
nach einen Sprungeingang. Die Zeitfunktion im Koordinatensystem spiegelt die dynamischen
Eigenschaften wieder.
dynamische Untersuchung nach Sinuseingang
Messung der Ausgangsgröße im zeitlichen Verlauf nachdem am Eingang eine
Sinusfunktion angelegt wurde. Dies wird bei verschiedenen Frequenzen wiederholt.
Die Ausgangsgröße hat dabei die gleiche Frequenz wie der Eingang.
Sie unterscheidet sich in der Phasenlage zwischen Eingang und Ausgang und der
Amplitude. Hieraus kann man für die verschiedenen Frequenzen und der dazugehörige
Amplitude und der Phasenlage die Ortskurve und/oder den Amplituden-Phasengang darstellen.
Rechnerische Untersuchungsmethode
Man erhält die Beziehungen von Ein- und Ausgangsgröße auf Grund von
bekannten mathematischen Beziehungen. Die statische Gleichung, die Übergangsfunktion
und die Differentialgleichung wird auf der Grundlage bekannter Formeln errechnet.
Da es in der Praxis, auf Grund von mechanischen, elektrischen und anderen
Anschlägen, keine stetig linearen Grundglieder gibt, wird nur der Linearitätsbereich
betrachtet, wenn die Eingangsgröße nur in diesen Bereich schwankt.
Dies ist eine typische Kennlinie eines linearen Gliedes mit Anschlägen.
Hier wird der Bereich von Δxa und Δxe betrachtet.
Für diesen Beeich gilt :
Δxa = KP · Δxe
Statische Untersuchung
Bei der statischen Untersuchung werden die Eigenschaften des Gliedes nach dem
Ende des Einschwingvorganges ermittelt. Dies rechnerisch oder grafisch erfolgen.
Hier ein Beispiel das sowohl für die statische als auch dynamische Untersuchung
benutzt wird.
RC-Glied
Am RC-Glied wurden verschiedene Eingangsspannungen angelegt und nach dem Ausgleich
die Ausgangsspannung gemessen. Es ergaben sich folgende Werte:
| Eingang |
Ue in V |
0 |
5 |
10 |
15 |
| Ausgang |
Uain V |
0 |
5 |
10 |
15 |
Die statische Funktion wird damit so grafisch dargestellt:
Wir vorher schon erwähnt besteht folgender Zusammenhang:
ΔUa = K · ΔUe
Umgestellt ergibt sich folgende Gleichung:
Der Quotient ΔUa/ΔUe ist der Tangens des Anstiegs der
Funktion:
Ua = f(Ue)
Aus der Schaltung ergibt sich:
dass die Eingangspannung Ue gleich der Summe des Spannungsabfalls
über den Widerstand UR und des Spannungsabfalls über den Kondensator,
der gleichzeitig die Ausgangsspannung Ua ist.
Ue = UR · Ua
Der Spannungsabfall über den Widerstand R ist das Produkt von den Widerstand
und den Strom, der über den Widerstand fließt.
UR = R · I
Der Strom der über den Kondensator fließt ist das Produkt der Kapazität
des Kondensators mit den Differentialquotienten der Spannung über den Kondensator,
also der Ausgangsspannung, nach der Zeit.
Da sich die Ausgangsspannung im eingeschwungenen Zustand (Ausgleich) nicht
mehr ändert, ist der Differentialquotient der Ausgangsspannung über der Zeit Null.
Wenn kein Strom fließt fällt über den Widerstand keinen Spannung ab.
Folglich ist:
Ua = Ue
oder:
Ua =K · Ue
bei K = 1
Die statische Gleichung eines linearen Gliedes ist allgemein:
xa =K · xe
Dynamische Untersuchungsmethode
Bei der dynamischen Untersuchung werden am Eingang eines Gliedes definierte
von der Zeit abhängige Signale angelegt und der Zeitfunktion des Ausganges
wird untersucht.
Als Standardeingangssignal haben sich der Sprungeingang, der Anstiegseingang
und der Sinuseingang bewährt.
Als Ausgang erhält man dann die entsprechende Antwort (z.B. Sprungantwort).
Bei dem Sinussignal ist zu beachten, dass die Untersuchung auch mit verschiedenen
Frequenzen erfolgt, da es bei Gliedern die einen Speichercharakter (z.B. in der
Elektrik der Kondensator oder in der Pneumatik ein Volumen oder Behälter)
haben zu Phasenverschiebungen kommt, die z.B. in der Elektrik zu einen zu einen
Blind-, Wirk- und Scheinanteil der Größe führen. Die Größen bei
bei denen Phasenverschiebungen zwischen Eingangs- und Ausgangssinussignal
vorhanden sind kann man sehr gut im Bereich der komplexen Zahlen abbilden.
Sehr wichtig ist auch in diesen Zusammenhang den Frequenzgang zu ermitteln.
Er wird später bei der Berechnung von Gliedern und Regelkreisen unbedingt gebraucht.
Zum Sprungeingang:
Am Eingang des Gliedes wird folgende Funktion angelegt:
Die Zeitfunktion der Ausgangsgröße ist die Sprungantwort.
xa = f(t)
Die Übergangsfunktion erhält man, durch die Division der Sprungantwort mit xe0
Aus der Sprungantwort kann man auch die Zeitkostante bei Zeitgliedern mit Ausgleich
ermitteln. Hierzu wird im Anfangsbereich der Kurve (bei t = 0) eine Tangente angelegt.
An der Stelle, wo die Tangente den Endzustand der Ausgangsgröße erreicht, kann
man bei die Zeitkonstante T ablesen. Zum Zeitpunkt der Zeitkonstante hat die
Ausgangsgröße 63% ihres Endwertes erreicht.
Zum Anstiegseingang:
Am Eingang des Gliedes wird folgende Funktion angelegt:
Die Zeitfunktion der Ausgangsgröße ist die Anstiegsantwort.
xa = f(t)
Die Anstiegsantwort wird zur Ermittlung von Kennwerten herangezogen,
wenn die Sprungantwort ein Impuls war.
Zum Sinuseingang:
Am Eingang des Gliedes wird folgende Funktion angelegt:
x
e = x
e0sin ωt
Die gleichmäßige Eingangssinusschwingung ist am Ausgang in gleicher Frequenz nach den
Einschwingvorgang auch vorhanden. Allerdings hat das Ausgangssignal meist
eine Phasenverschiebung φ und eine eine andere Amplitude.
Die Phasenverschiebung tritt durch die Speicherwirkung wie beim Kondensator, Druckbehälter
oder ähnliches auf.
x
a =
f(t)
Das Amplitudenverhältnis ist der Quotient aus Ausgangsamplitude xa0
und der Eingangsamplitude xe0.
Die Phasenverschiebung φ ist von der Frequenz abhängig.
φ = f(ω)
Die grafische Darstellung des Amplitudenverhältnisses und der Phasenverschiebung
ist die Ortskurve.
F =
f(jω)
Die grafische Darstellung der Ortskurve umfasst alle Amplitudenverhältnisse,
Phasenverschiebungen (φ) und Frequenzen.
Für den Grenzbereich einer Schwingung ω = 0 ( Es ist eine unendlich
dauernde Periodendauer der Schwingung, die eigentlich schon gar keine mehr ist.
t= 2 · Pi / ω ), gilt, dass das Amplitudenverhältnis gleich dem
Übertragungsfaktor ist.
Aus der Ortskurve kann man ja auch noch die Zeitkonstante T, die auch wichtig ist,
ablesen. Sie wird aus der Kreisfrequenz bei einen Phasenwinkel φ von 45° ermittelt.
Der Anfangsverlauf der Ortskurve bei ω = 0 ist der Endverlauf der Übergangsfunktion
bei t = ∞ und der Anfangsverlauf der Übergangsfunktion bei t = 0 ist der Endverlauf
der Ortskurve bei ω = ∞.
Differentialgleichung
Mit der Differentialgleichung lassen sich die dynamischen Vorgänge beschreiben.
In der Steuerungs- und Reglungstechnik gibt es bei der Darstellung der
Differentialgleichung einige Besonderheiten.
Für die Beschreibung der dynamischen Vorgänge wird der Differentialquotient (Ableitung)
nach der Zeit verwendet und wird wie folgt dargestellt:
Mit den Differentialquotienten werden bei der Darstellung verschiedene Größen
dargestellt. So ist die erste Ableitung vom Weg die Geschwindigkeit und die zweite
Ableitung die Beschleunigung.
Zum ermitteln der Differentialgleichung wird das System in einzelne Glieder zerlegt
und jedes Glied betrachtet. Lineare Differentialgleichungen erhält man
von Systemen mit linearen Verhalten.
Aus der Differentialgleichung kann man die Kenngrößen des Gliedes ableiten.
Die allgemeine Form der Differentialgleichung lautet:
Aus der Differentialgleichung wird die Funktion (nicht wie sonst üblich Zahlenwerte)
gesucht, die die Differentialgleichung erfüllt.
Eine häufige Form der Differentialgleichung ist die für T1-Glied:
Zeitglieder T1 tritt nur die erste Ableitung auf.
Die Gleichung kann umgestellt werden:
Hierbei ist der Quotient a1/a0 die Zeitkonstante T und
der Quotient e0/a0 der Übertragungsfaktor K.
Wenn man diese Größen in die Formel einsetzt erhält man:
Wenn man an einen T1-Glied den Sprungeingang anlegt
und die Zeit bei Beginn t = 0 und xa = 0 setzt,
und die Differentialgleichung auflöst, erhält man:
Aus dieser Formel ergeben sich nach für den Ablauf der Zeitkonstante T oder eines
Vielfachen von ihr folgende Werte für die Ausgangsgröße:
| t |
% xa vom Endwert |
| T |
63 |
| 2T |
86 |
| 3T |
95 |
| 4T |
98 |
Frequenzgang
Mit der Frequenzgang stellt man die Ergebnisse der Untersuchung eines Gliedes mit
Sinusschwingungen dar. Ich möchte probieren hier dieses Teil so einfach, wie möglich
darzustellen. Mathematisch ist die Schwingungsuntersuchung nicht einfach.
Aber mit den komplexen Zahlen lässt es sich einigermaßen verständlich darstellen.
Die Schwingung kann als ein sich rotierender Zeiger in der komplexen Zahlenebene
dargestellt werden. Dies ist in den beiden folgenden Diagrammen dargestellt.
Im ersten Diagramm rotiert der Zeiger mit der Winkelgeschwindigkeit ω.
Die Länge des Zeigers wird von der Amplitude der Schwingung bestimmt xe0.
Die Sinusschwingung wird durch den imaginären Anteil der Zahlenebene dargestellt.
Der reelle Anteil stellt die Kosinusfunktion dar.
Somit ergibt sich:
cos φ = xe1 / xe0
sin φ = xe2 / xe0
Die komplexe Zahl der Ziegers ist:
xe = xe1 + ixe2
Wenn man die Sinus- und die Kosinusfunktion nach xe1 bzw. nach xe2
umstellt und in die Gleichung des Zeigers einsetzt erhält man folgende Gleichung:
xe = xe0 · (cos φ + i sin φ)
Dies ist eine Komplexe Zahl in trigonometrischer Form.
Umgewandelt in der EULERschen Form erhält man:
xe = xe0 · eiφ
Da der Zeiger in der komplexen Ebene rotiert muss er noch mit eiωt
multipliziert werden.
xe · eiωt
= xe0 · eiφ · eiωt
= xe0 · ei(ωt + φ)
Diese Gleichung wieder in Die trigonometrische Form lautet:
xe · eiωt
= xe0 · [cos (ωt + φ) + i sin (ωt + φ)]
Die Sinusschwingung der Eingangsgröße lässt sich mit den Imaginäranteil der Funktion
darstellen
f(ω) = xe(iω)= xe0 sin (ωt + φ)
Dabei ist xe0 die Amplitude der Schwingung, ω
die Winkelgeschwindigkeit und φ die Phasenlage.
Diese Form der Darstellung einer Schwingung ist nicht allzu einfach, aber mit dieser
mathematischen Darstellung lassen sich die Berechnungen für den Regelkreis relativ
einfach gestalten.
Das Ausgangssignal xa(iω) wird genauso dargestellt.
Der Frequenzgang ist die Übergangsfunktion bei einen Sinuseingang und ist
frequenzabhängig.
Daraus ergibt sich folgendes:
F(iω) = xa(iω) / xe(iω)
Wenn man die Gleichung umstellt kann man mit Hilfe des Frequenzganges den Ausgang
berechnen
xa(iω) = F(iω) · xe(iω)
Bei der Übergangsfunktion wird der zeitliche Verlauf des Quotienten Ausgang / Eingang
nach einen Sprungeingang ermittelt. Sie wird als Differentialgleichung dargestellt.
Beim Frequenzgang der frequenzabhängige Verlauf des Quotienten Ausgang / Eingang
für den Sinuseingang mit unterschiedlichen Frequenzen ermittelt.
Da die Frequenz den Kehrwert der Zeit darstellt, kann man im weiten Sinne
bei beiden Funktionen von der zeitlichen Darstellung sprechen.
Aus der Differentialgleichung kann der Frequenzgang und aus dem Frequenzgang
die Differentialgleichung ermittelt werden.
Die Tabelle zur Transformation finden sie HIER.