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Stetig lineare Grundglieder 1. Teil
Einteilung der Grundglieder
Die Grundglieder werden nach den Übertragungsverhalten eingeteilt:
- P0-Glied
Beim P0-Glied ist die Eingangsänderung der Ausgangsänderung proportional.
Δxa = K · Δxe
Hierbei ist K der proportionale Übertragungsfaktor K.
Die statische Kennlinie des P0-Gliedes:
- I0-Glied
Beim I0-Glied ist die Eingangsänderung der Änderungsgeschwindigkeit
der Ausgangsgröße proportional.
Hierbei ist K der integrale Übertragungsfaktor KI.
Die statische Kennlinie des I0-Gliedes:
- D0-Glied
Beim D0-Glied ist die Änderungsgeschwindigkeit der Eingangsgröße
proportional der Ausgangsänderung.
Hierbei ist K der differentiale Übertragungsfaktor KD.
Die statische Kennlinie des D0-Gliedes:
- Zeitglieder
Bei Zeitgliedern werden der Ausgang gegenüber den Eingang verzögert.
Hierbei gibt es verschiedene Zeitverhalten.
Und hier auch die statische Kennlinie für die Tn-Glieder und die
Tt-Glieder:
P0-Glied
Das P0-Glied lässt sich am einfachsten mit einen Spannungsteiler
erklären.
Hierbei ist die Eingangsspannung UE das Eingangssignal
xe, und
die Ausgangsspannung UA ist das Ausgangssignal
xa.
Untersuchung der Sprungantwort
Die Eingangsspannung und die Ausgangsspannung sind direkt proportional, in
einer Formel ausgedrückt:
und als Funktion so dargestellt:
Die Formel umgestellt nach UA:
Für R1 / Rges wird K, der proportionale
Übertragungsfaktor, eingesetzt und es ergibt sich:
UA = K · UE
Da das Eingangssignal xe die Eingangsspannung UE ist und
das Ausgangssignal xa die Ausgangsspannung UA ist,
ergibt sich die Übergangsfunktion:
xa = K · xe
( Übergangsfunktion eines P0-Gliedes )
UA :Ausgangsspannung
UE :Eingangsspannung
Rges :Gesamtwiderstand des Spannungsteilers
R1 :Widerstand des Spannungsteiler, an den Teil Die Ausgangsspannung abfällt
K : proportionaler Übertragungsfaktor
Untersuchung der Anstiegsantwort
Nach dem Anstiegseingang folgt beim Spannungsteiler auch ein stetig lineare Funktion
im Ausgang, die ansteigend ist.
f(t)UE = UE · t
wenn man beide Seiten mit dem proportionalen Übertragungsfaktor K multipliziert
erhält man:
f(t)(UE · K) = UE · t · K
Da UE · K gleich UA ist und
UE · t gleich f(t)UE ist,
folgt:
f(t)UA = f(t)UE · K
Wenn man die allgemeinen Symbole, für den Eingang xe und xa
für den Ausgang, einsetzt,
folgt für ein P0:-Glied:
f(t)xa = f(t)xe · K
Die Funktion der Anstiegsantwort:
Untersuchung der Sinusantwort
Nachdem man am Eingang des Spannungsteilers eine Sinuswechselspannung angelegt hat,
erhält man auch ein Sinusausgangssignal ohne Zeitverschiebungen.
die Größe des Signals hängt nur proportional von Übertragungsfaktor ab.
xe =xe0 sin(ωt)
Da f(t)xa = K · f(t)xe
ist ergibt sich:
xa = K · xe0sin(ωt)
Als Funktion dargestellt:
Wie aus der Formel ersichtlich folgt das Ausgangssignal unmittelbar
den Eingangssignal ohne zeitlichen Verzug, dass heißt: Es tritt keine
Phasenverschiebung auf (φ = 0).
Übergangsfunktion
Bei der Untersuchung der Sprungantwort hatten wir schon folgende Gleichung:
xa = K · xe
Wenn man die Gleichung umstellt, erhält man die Übergansfunktion in der allgemeinen Form:
xa / xe = K
Als Funktion dargestellt:
Frequenzgang
Die Formel für den Frequenzgang lautet:
F(iω) = = xa(iω) / xe(iω)
da xa(iω) = K · xe(iω),
ergibt sich für den Frequenzgang:
F(iω) = K
Der Frequenzgang in einer Funktion dargestellt, ist die Ortskurve.
Differentialgleichung
Jetzt komme ich noch einmal auf die Formel von der Sprungantwort, die schon
die allgemeine Form der Differentialgleichung darstellt:
xa = K · xe
Das P0-Glied ist das einfachste Glied. Bei diesen Glied ist
die Phasenverschiebung immer φ = 0, der Frequenzgang hat nur einen
reellen Anteil und kein Teil der Differentialgleichung wird nach der Zeit
abgeleitet.
I0-Glied
Ein Behälter mit Flüssigkeit und einen Zulauf, wird oft benutzt um ein
I0-Glied zu erklären.
Hierbei ist Q die Differenz aus Zulauf Qzulauf und Ablauf Qablauf
die Eingangsgröße xe und die Höhe des
Flüssgikeitsstandes des Behälters h die Ausgangsgröße xa.
Differentialgleichung
Der Durchfluss ist die erste Ableitung des Volumen nach der Zeit.
Q = dV / dt
Das Volumen ist nur von der Höhe h abhangig, wenn die Fläche A konstant ist.
V = h · A
Aus den beiden Formeln ergibt sich:
Um die Gleichung nach den Ausgang umstellen zu können wird sie über dt integriert:
Die Gleichung wird folgendermaßen aufgelöst und umgestellt:
Hier ist dann 1/A der integrale Übertragungsfaktor KI.
Dies in die Gleichung eingesetzt ergibt:
h = Ki ∫ Q dt
Hieraus läßt sich durch einsetzen der allgemein formulierten Größen xe
und xa die allgemeine Form der Differentialgleichung ableiten.
xa = KI ∫xe dt
Sprungantwort
Die Sprungantwort ergibt sich aus der Lösung der Differentialgleichung für
den Sprungeingang.
Sprungeingang:
Sprungantwort:
Die allgemeine Funktion für die Sprungantwort ist dann:
xa = KI xe0 t
Anstiegsantwort
Die Anstiegsantwort ergibt sich auch aus der Lösung der Differentialgleichung
für den Anstiegseingang.
Anstiegseingang:
Anstiegsantwort:
Die allgemeine Funktion für die Anstiegsantwort:
xa = KI · xe0 · t2
Sinusantwort
Die Sinusantwort ergibt sich auch aus der Lösung der Differentialgleichung für
den Sinuseingang.
Hierfür muss aber auch noch die Anfangsbedingung festgelegt werden, und das wird in
diesen konkreten Fall sehr deutlich und auch leicht verständlich.
In der Differentialgleichung ist ein Integral enthalten, das gelöst werden muss.
Die Lösung des Integrals kann mit jeder Konstante addiert werden, denn das umkehren
der Rechnung durch differenzieren, wäre diese Konstante 0.
Die Anfangsbedingung wird hier mit h = 0 festgelegt.
Sinuseingang:
xe = xe0 sin(ωt)
Sinusantwort:
Da f(t)xa = KI ∫ f(t)xe dt
ergibt sich, wenn man die Eingangsfunktion einsetzt:
f(t)xa = KI ∫[xe0sin (ωt)] dt
Nach Auflösung vom Integral erhält man:
f(t)xa = KI · xe0 sin(ωt - 90°)
Diese Gleichung beschreibt den Sinuseingang, wenn keine Anfangsbedingung für den Ausgang
festgelegt ist.
Jetzt ergibt sich aber für t = 0 der Wert -KI · xe0 für xa,
aber als Anfangbedingung der Funktion wurde h = 0, also xa = 0 festgelegt.
Damit die Anfangsbedingung erfüllt wird muss KIxe0 zu der
Auflösung des Integrals addiert werden. Damit erhält man:
f(t)xa = KI · xe0 sin(ωt - 90°) + KI xe0
Jetzt klammern wir KI xe0aus.
f(t)xa = KI xe0[1 + sin(ωt - 90°)]
Das Ergebnis ist auch an den Beispiel gut nachvollziehbar. Als Eingang ist die Differenz
zwischen Zulaufmenge und Ablaufmenge und als Ausgang die Füllstandshöhe.
Die Anfangsbedingung war der Behälter ist leer (h = 0).
Wenn man von der Eingangsfunktion abließt, wann welche Menge in den Behälter
zu- beziehungsweise abläuft, sieht man deutlich, das sich der Füllstand nach der
berechneten Funktion ändern muss.
Auf Grund des Vergleichs der Ein- und Ausgangsfunktion und der Formel wird auch
ganz deutlich, wie sich später auch noch in der Ortskurve zeigt, das
die Phasenverschiebung φ = -90° ist.
Übergangsfunktion
Jetzt wird die Gleichung der Sprungantwort wieder genutzt.
xa = KI xe t
Wenn man die Gleichung umstellt, erhält man die Übergansfunktion in der allgemeinen Form:
xa / xe = KI · t
Als Funktion dargestellt:
Frequenzgang
Der Frequenzgang wird durch die Transformation der Differentialgleichung
ermittelt. Die Tabelle ist HIER
Die Differentialgleichung war:
xa = KI ∫xe dt
Nach der Transformation erhält man:
Darstellung des Frequenzganges in der Ortskurve:
Im Frequenzgang ist 1/iω enthalten. Der Nenner muss reell gemacht werden.
Da i2 = -1 und (-1)2 = 1,
wird mit -1 · i2 = 1
multipliziert.
Dadurch kommt man auf folgende Formel:
F(iω) = (KI / ω) · i
Diese Gleichung enthält nut einen Imaginäranteil.
Durch Grenzwertrechnung erhält man:
Bei ω = 0 einen Frequenzgang von -∞i.
Bei ω → ∞ einen Frequenzgang von → 0.
Damit ergibt sich folgende Ortskurve:
Beim I0-Glied wird das Eingangssignal integriert, daher auch der
Name. Bei diesen Glied ist das Eingangssignal und die Änderungsgeschwindigkeit
des Ausgangssignals direkt proportional. Bei dem I0-Glied ist der
Ausgang nur imaginär, dass heißt der Ausgang hat keinen Reellen Anteil, und die
Phasenverschiebung φ ist immer -90°, das auch -π/2 entspricht.
D0-Glied
Um das D0-Glied zu erklären werden ich einen Tachodynamo
benutzen. Bei ihm ist die Drehzahl n und die abgegebene Spannung U direkt
proportional. Dies sind die Eigenschaften eines P0-Gliedes.
U = K · n
Die Drehzahl kann auch als Winkelgeschwindigkeit ω dargestellt werden.
Wenn man die Gleichung umstellt nach der Drehzahl n erhält man:
Dies eingesetzt in die Spannungs- Drehzahl- Gleichung ergibt:
Damit ist die Spannung U proportional zur Änderungsgeschwindigkeit des Winkels α
Wenn man also bei den Tachodynamo den Winkel α als Eingang xe und
die Spannung U als Ausgang xa nimmt, ist der Tachodynamo ein D0-Glied.
Differentialgleichung
Wenn für den differentiellen Übertragungsfaktor KD gilt
erhält man für den Tachodynamo folgende Differentialgleichung:
In diese Gleichung für den Eingang xe und für den Ausgang xa
eingesetzt ergibt die allgemeine Form der Differentialgleichung:
Sprungantwort
Die Sprungantwort ergibt sich aus der Lösung der Differentialgleichung für
den Sprungeingang.
Sprungeingang:
Sprungantwort:
Die Differentialgleichung lautet:
Um die Sprungantwort zu ermitteln, braucht man die Änderungsgeschwindigkeit der
Eingangsgröße dxe / dt.
Für t < 0 ist xe konstant 0 , damit ist der Differentialquotient auch 0.
Für t > 0 ist xe konstant xe0, der Differentialquotient ist
hier auch 0.
Für t = 0 ändert sich xe von 0 auf xe0, damit ist dxe = xe0,
Wenn man jetzt xe0 durch den Limes → 0 teilt,
ergibt sich ein Differentialquotient von → ∞.
Das in die Differentialgleichung eingesetzt, ergibt für die Sprungantwort:
für t ≠ 0 : xa = 0
für t = 0 : xa → ∞
Anstiegsantwort
Die Anstiegsantwort ergibt sich auch aus der Lösung der Differentialgleichung
für den Anstiegseingang.
Anstiegseingang:
Anstiegsantwort:
Die Differentialgleichung lautet:
Wenn man für xe dann xe0 · t
einsetzt, erhält man:
Die Gleichung aufgelöst ergibt die Anstiegsantwort:
xa = KD · xe0
Sinusantwort
Wenn man die Differentialgleichung für den Sinuseingang löst ergibt sich der
Sinusausgang.
Der Sinuseingang:
xe = xe0 sin(ωt)
Die Sinusantwort:
Die Differentialgleichung für das D0-Glied lautet:
f(t)xa = KD · f(t)(dxe/dt)
Für xe den Sinuseingang eingesetzt ergibt:
f(t)xa = KD · d[xe0sin(ωt)]/dt
Wenn man in der Gleichung das Differential auflöst, erhält man die Funktion für die
Sinusantwort.
xa = KD · xe0sin(ωt + 90°)
Übergangsfunktion
Die Übergangsfunktion ist der Quotient aus Ausgang und Eingang und wird
anhand der Sprungantwort ermittelt. Die Sprungantwort ist bei t=0 unendlich und für t≠0 Null.
Daraus ergibt sich mit Hilfe der Grenzwertrechnung, wie bei der Sprungantwort folgende
Funktion:
xa/xe = ∞ für t = 0
xa/xe = 0 für t ≠ 0
Frequenzgang
Der Frequenzgang wird durch die Transformation der Differentialgleichung ermittelt.
Die Tabelle dazu ist HIER.
Die Differentialgleichung lautet:
Daraus ergibt sich dann der Frequenzgang:
F(iω) = KD iω
Aus der Formel wird ersichtlich das der Frequenzgang keinen Realanteil hat.
Für ω = 0 ergibt sich ein Frequenzgang von 0.
Für ω → ∞ ergibt sich ein Frequenzgang von + ∞.
Aus den Frequenzgang wird damit folgende Ortskurve abgeleitet:
Beim D0Glied wird das Eingangssignal differenziert.
Bei diesen Glied ist die Änderungsgeschwindigkeit des Eingangs und der Ausgang
proportional. Der Ausgang kann nur imaginäre Werte annehmen und die
Phasenverschiebung φ ist immer +90° oder anders ausgedrückt +π/2.